Frauengesundheit

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Fachexperte & Ressortleiter: Prof. Dr. med. Dr. phil. Dr. h. c. Andreas D. Ebert

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Rund 20 Prozent aller Frauen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren leiden unter sehr starken, lang anhaltenden Menstruationsblutungen, der so genannten Menorrhagie. Diese dauert länger als sechs bis acht Tage und geht mit einem erhöhten Blutverlust, starken Regelschmerzen und meist auch Kopfschmerzen einher. Aufgrund des hohen Blutverlustes kommt es zu Eisenmangel, Kreislauf-Problemen und Abgeschlagenheit. Für die betroffenen Frauen bedeutet die Menorrhagie eine starke Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität – bis hin zu schweren Depressionen.
 
Das Krankheitsbild wird seit Jahrzehnten klassischerweise mittels einer vollständigen Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) therapiert – ein psychisch wie körperlich einschneidender Eingriff für Frauen, der mit Risiken wie Harninkontinenz, Verwachsungen und Scheidensenkung verbunden ist. Nach Expertenmeinung könnte von den jährlich 150.000 in Deutschland durchgeführten Hysterektomien gut die Hälfte durch schonendere Verfahren wie Endometriumablation und hysteroskopische Myomektomien ersetzt werden.
 
Während die Endometriumablation in den USA und Großbritannien schon seit Jahren ein Routineeingriff ist, beginnt sich diese organerhaltende Methode erst jetzt in Deutschland durchzusetzen. Bei dem minimal-invasives Verfahren wird lediglich die blutungsverursachende Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) zerstört und entfernt. Die Gebärmutter bleibt erhalten. Der Eingriff selbst ist wesentlich ungefährlicher als eine Hysterektomie und die beschriebenen Folgerisiken bleiben aus.
 
Hysteroskopische Myomektomien kommen dann in Frage, wenn gutartige Geschwulste in der Gebärmutter – so genannte Myome – Ursache für die Menstruationsstörung sind. Hierbei werden die Myome chirurgisch durch Scheide und Gebärmutterhals entfernt. Auch bei dieser Methode bleibt die Gebärmutter erhalten.

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