Wundversorgung

Wundversorgung

In Deutschland gibt es schätzungsweise vier Millionen behandlungsbedürftige chronische Wunden, die jedes Jahr 30 000 Amputationen und sechs Milliarden Euro Behandlungskosten nach sich ziehen. Chronische Wunden entstehen meist in Folge von Diabetes, Ulcus Cruris und PAVK.

Die sogenannte „Moderne“ Wundversorgung, also die feuchte Wundtherapie, gilt seit 50 Jahren als Standard of care. In den letzten Jahren sind zahlreiche Wundauflagen auf den Markt gekommen, die die Wunden nicht nur feucht halten, sondern die Wundheilungsmechanismen aktiv unterstützen und beschleunigen. Diese Produkte enthalten Substanzen oder regen deren Produktion an, die einen entscheidenden Einfluss auf den Heilungsprozess haben, zum Beispiel Kollagen.

Dennoch stagniert bei vielen Patienten die Wundheilung. Wissenschaftler suchen daher nach weiteren Therapieoptionen. Große Hoffnungen sind zum Beispiel mit der Stammzelltherapie, mit Gewebetransplantationen und der Vakuumtherapie verbunden. Diese Therapieformen können allerdings nur inspezialisierten Zentren durchgeführt werden und sind daher für die alltägliche Wundversorgung von Millionen Patienten kaum geeignet.

Da die meisten Wunden hypoxisch, also regelrecht von der Sauerstoffzufuhr abgeschnitten sind, konzentrieren sich neuere Ansätze auf die lokale Zufuhr von Sauerstoff. Deutschen Wissenschaftlern ist es kürzlich gelungen, mit Hilfe von Hämoglobin der Wunde den zur Heilung benötigten Sauerstoff von außen zuzuführen. Da das Hämoglobin als Spray verabreicht werden kann, ist das Verfahren für die Anwendung im Pflegealltag geeignet und könnte die feuchte Wundtherapie optimal ergänzen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch im Dossier Wunde auf rechtsdepesche.de.

© 2017 Medical Data Institute