Neuroscience

Neuroscience

Der Aufbau und die Funktionsweise des Nervensystems ist Gegenstand der Neurowissenschaften. Ein wichtiges Teilgebiet ist die Hirn- oder Gedankenforschung, die im letzten Jahrzehnt einen regelrechten Boom erfahren hat. Jüngste Forschungsanstrengungen gaben der Hirnforschung ein neues Profil und erbrachten relevante Ergebnisse, nicht zuletzt ausgelöst durch die Initiative "Dekade des Menschlichen Gehirns" (USA 1990 – 1999; Deutschland 2000 – 2010)
 

Zur Erforschung des Gehirns und seiner Funktionen wie Denken, Fühlen, Lernen, Erinnern wenden Forscher verschiedene Verfahren wie Elektroenzephalographie (EEG) oder Kernspintomographie (MRT) an. Die neue Disziplin der "Computational Neuroscience" verbindet Experiment, Datenanalyse, theoretische Modellierung und Computersimulation und fokussiert darauf Grundlagenforschung in die zielgerichtete Anwendung zu überführen. Mit der Grundlagenforschung will man herausfinden, wie mentale Zustände mit der menschlichen Hirnaktivität zusammen hängen – die so genannte Entschlüsselung neuronaler Codes. Hier sind Experimente bereits sehr erfolgreich gewesen. Deren Erkenntnisse fließen u. a. auch in die Anwendungsforschung hinein.

   
Klassische Bereiche der Anwendungsforschung sind.

 
- Prävention und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems
- Entwicklung von effizienteren Lehr- und Lernstrategien
- Entwicklung von neuen, "intelligenten" technischen Hilfsmitteln wie Neuroprothesen und leistungsfähige Computersysteme
- Lügendetektion

 
Hirnforschung ist ein stark interdsiziplinär geprägtes Fach, in dem heute Biologen, Mediziner, Psychologen, Physiker, Mathematiker und Informatiker eng zusammenarbeiten. Wie kaum ein anderer Forschungsbereich wirft dieser Bereich der Neuroscience zahlreiche Fragen nach medizinischen, ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten auf wie etwa die Debatte um die „Willensfreiheit“ oder ob man überhaupt in die mentale Privatsphäre mittels „Brain Reading“ eindringen darf.

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